Sie befinden sich hier: MediaCenter. Rückblick MEDICA 2011: Live-Berichterstattung von der Messe.
Erste Schritte zur einheitlichen Gesundheitspolitik
Rückblick MEDICA 2011: Live-Berichterstattung von der Messe
Erste Schritte zur einheitlichen Gesundheitspolitik
Insgesamt leben über 495 Millionen Menschen in 27 Mitgliedstaaten der Europäischen Union und nutzen unterschiedliche nationale Gesundheitssysteme. Denn Gesundheitspolitik ist immer noch Aufgabe der einzelnen Mitgliedsstaaten. 18.11.2011

Herr Baum während seines Vortrags;
© Messe Düsseldorf
Dass diese Differenz der gesundheitlichen Versorgung im Zuge der europäischen Vereinheitlichung einen Standard der Gesundheitssysteme bedarf, darüber gibt es keinen Zweifel mehr. Die ersten Schritte wurden bereits von der europäischen Kommission im Rahmen der neuen Wachstumsstrategie Europa 2020 verabschiedet. Die europäischen Mitgliedsstaaten werden im Rahmen der neuen Strategie und entsprechenden ersten Zielvereinbarungen eine Vereinheitlichung der europäischen Gesundheitssystem anstreben.
Wichtigstes Ziel ist dabei, allen europäischen Bürgern gleiche Chancen auf gerechte, soziale und moderne Gesundheitsleistungen bieten zu können. Derzeit steckt die Umsetzung dieser Ziele noch in den Kinderschuhen.
Europäische Gesundheitspolitik auf der MEDICA
Im Rahmen der MEDICA 2011 fand erstmalig die First Joint European Hospital Conference statt, die ein Forum für die neuesten Herausforderungen europäischer Gesundheitspolitik für alle Klinikexperten aus ganz Europa bot. Hierbei diskutierten die europäischen Gesundheitsexperten, darunter der Gesundheitsminister des Großherzogtums Luxemburg Mars Di Bartolomeo, über die neuen Strategievorhaben und ihre Hauptprinzipien in den nächsten Jahren. Vor allem steht der wertebasierte Ansatz für die Gesundheitsversorgungssysteme im Vordergrund.
Die gemeinsamen Werte umfassen eine flächendeckende Versorgung, den Zugang zu qualitativ hochwertiger medizinischer Versorgung, Verteilungsgerechtigkeit und Solidarität.
„Ein europäischer Gesundheitsmarkt, der sich alleinig an den marktüblichen Regeln orientiert, sollte nicht das Ziel unseres Strebens sein“, betonte Bartolomeo, vielmehr müssten die traditionellen Werte der europäischen Gesundheitspolitik auch in die neue Strategie und deren Umsetzung einfließen.
Ziele der neuen Gesundheitsstrategie
Insbesondere stand die Patientenrechte-Richtlinie der EU auf dem Programm. Immer noch besteht eine große Ungleichheit im Gesundheitswesen der einzelnen Mitgliedsstaaten und Regionen, was sich besonders eingängig an der Lebenserwartung erkennen lasse. Patienten soll zukünftig ein grenzüberschreitender Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen samt freier Arztwahl in der gesamten EU ermöglicht werden. Voraussetzung hierfür ist ein umfangreiches Informationsangebot zu Preisen und Behandlungsqualität aller Leistungserbringer an die Patienten.
Um diese Ziele umsetzen zu können, muss die Kommission zunächst vergleichbare Daten aus den Mitgliedsstaaten zusammenstellen und ein System einheitlicher Gesundheitsindikatoren schaffen. Allerdings schließt die Vereinbarung einer zunehmenden Angleichung der Gesundheitssysteme die nationale Zuständigkeit weiterhin mit ein. So wird die EU auch zukünftig nicht für die Gesundheitspolitik, das Gesundheitswesen und die medizinische Versorgung eines Landes zuständig sein.
„Wir müssen zunächst die Disparitäten der einzelnen Mitgliedsstaaten überwinden und das schaffen wir nur, mit einer offenen Methode der Koordination“, weiß Bartolomeo. „Im gleichen Zuge müssen wir offen über die Finanzierung und Kosten der Gesundheitsdienste diskutieren, um die nötige gesellschaftliche Akzeptanz zu erreichen und Transparenz zu schaffen. Schließlich leben wir in einem historisch gewachsenen europäischen System, das viele Vorteile bietet und das es wert sein sollte, weiter verbessert zu werden.“
Diana Posth
MEDICA.de












