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Schmerzmittel belasten deutsche Gewässer

Schmerzmittel belasten deutsche Gewässer

Foto: Brausetablette im Wasser

Vorkommen und Auswirkungen von Arzneimitteln in der Umwelt werden laut UBA unterschätzt und die Konzentration von Humanarzneimitteln in der Umwelt wird vermutlich noch weiter zunehmen. Jochen Flasbarth: „Das UBA empfiehlt daher, ein Umweltmonitoring für Arzneimittel einzuführen. Es soll bereits im Zulassungsprozess für Medikamente verankert werden.“

Laut einer aktuellen Literaturstudie des UBA besitzen 24 von den 156 in der Umwelt nachgewiesenen Wirkstoffen ein hohes Potential, Umweltorganismen zu schädigen. Unter anderem das weit verbreitete Schmerzmittel „Diclofenac“, welches Nierenschäden in Fischen hervorrufen kann und in sehr vielen Gewässern zu finden ist. Die Europäische Union hat bereits Maßnahmen ergriffen.

Die meisten Stoffe werden nach der Einnahme – oft unverändert – wieder ausgeschieden. Mehrere hundert Tonnen nicht verbrauchte Medikamente werden jährlich über die Spüle oder Toilette entsorgt.

Diese Stoffe gelangen in Flüsse, da viele Kläranlagen nicht alle Stoffe rückstandslos abbauen, und können dort dauerhaft der Umwelt schaden. Um dem entgegenzuwirken, muss die Belastungssituation jetzt identifiziert werden.

Selbst im Trinkwasser können diese Stoffe enthalten sein. Ungefähr in der Konzentration eines in einem 50m-Schwimmbecken gelösten Stück Würfelzucker. Diese Arzneimittelspuren sind unerwünscht, aber nicht Gesundheitsgefährdend. Alle jetzt zu treffenden Maßnahmen dienen der Vorsorge und langfristigen Versorgungssicherheit.

MEDICA.de; Quelle: Umweltbundesamt (UBA)