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Krankmeldungen erreichen Höchststand

Krankmeldungen erreichen Höchststand

Foto: Grafik

„Bei der Entwicklung des Krankenstandes zeigen sich über alle Branchen hinweg bereits die ersten Anzeichen des demografischen Wandels“, kommentiert er den Trend. „Die Belegschaften sind schon heute durchschnittlich älter als vor zehn Jahren. Ältere Mitarbeiter sind seltener krank als Jüngere, dafür aber deutlich länger“. Rebscher prognostiziert, dass aufgrund der Demografie der Krankenstand auch in den nächsten Jahren beschleunigt steigen wird, wenn Unternehmen nicht durch Prävention gegensteuern.

Ungebrochen ist auch der Trend bei den psychischen Erkrankungen: Im vergangenen Jahr stieg ihr Anteil von 12,1 auf 13,4 Prozent am Gesamtkrankenstand. Damit hat sich in den zurückliegenden 15 Jahren der Anteil dieser Krankheitsgruppe am Krankenstand mehr als verdoppelt. Depressionen machen heute knapp ein Siebtel des gesamten Krankenstandes aus. „Die durchschnittliche Dauer einer Krankschreibung bei psychischen Leiden liegt bei rund 30 Tagen. Das Betriebsklima, die Führungskultur und familiengerechte Arbeitsplätze sind betriebswirtschaftlich gesehen weiche Faktoren, können aber helfen, psychische Erkrankungen zu vermeiden. Ein Monat Arbeitsausfall ist ein betriebswirtschaftliches Risiko, so dass es sich lohnt, auch hier zu investieren“, so Rebscher. Ein DAK-Versicherter war 2011 durchschnittlich 13,2 Kalendertage krankgeschrieben. Die gute Nachricht: Mehr als die Hälfte aller erwerbstätigen Versicherten (52,2 Prozent) meldete sich 2011 gar nicht krank.

In den Industrieländern sinkt seit 30 Jahren die Anzahl von Personen, die an einem Herzinfarkt sterben. Dieser Rückgang ist unter anderem auf einen Rückgang des Nikotinkonsums bei Männern und weniger Bluthochdruck bei Frauen zurückzuführen. Hinzu kommen bessere Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten. Zwar sterben weniger Menschen am Herzinfarkt, jedoch sinkt die Zahl der Krankenhausbehandlungen bei Herzinfarkt seit Jahren nicht mehr. Zudem steigt das Herzinfarktrisiko ab einem Alter von 55 Jahren stark an.

Um die Verbindungen von Herzinfarkt und Arbeitswelt genauer zu analysieren, hat die DAK-Gesundheit eine repräsentative Befragung von über 3000 Berufstätigen durchgeführt. Der Gesundheitsreport zeigt ein überraschendes Ergebnis: Die in den Medien geführte Debatte um Burn-out und psychische Belastungen am Arbeitsplatz ließe erwarten, dass ein großer Anteil der Arbeitnehmer gesundheitlich stark gefährdet ist. Doch nur knapp jeder zehnte Befragte (9,3 Prozent) leidet unter einer sogenannten beruflichen Gratifikationskrise. Damit wird eine besondere Form von arbeitsbedingtem Stress beschrieben, die durch eine mangelnde Anerkennung im Beruf ausgelöst wird.

Jeder fünfte Befragte fühlt sich stark oder sehr stark durch Zeitdruck aufgrund des hohen Arbeitsaufkommens belastet. Fast ebenso häufig werden als Stressoren Unterbrechungen und Störungen des Arbeitsablaufs angegeben. Mit jeweils knapp zehn Prozent werden auch Verantwortung bei der Arbeit sowie die häufige Notwendigkeit für Überstunden als (sehr) stark belastend empfunden.

MEDICA.de; Quelle: DAK-Gesundheit

 
 
 
 
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