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Forscher entschlüsseln, wie Antikörper funktionieren

Forscher entschlüsseln, wie Antikörper funktionieren

Foto: Kristallstruktur eines Antikörper-Moleküls

Ihre Erkenntnisse könnten zum einen die Grundlage für die Entwicklung von noch gezielteren Therapien zur Bekämpfung von Krebs bilden. Zum anderen bieten sie neue Ansätze für die Behandlung von Autoimmunerkrankungen.

„Antikörper sind Eiweißmoleküle, und wir unterscheiden grundsätzlich zwei Arten“, erläutert Professor Falk Nimmerjahn von der FAU. „Auf der einen Seite gibt es die Antikörper mit für uns positiven Eigenschaften, die zum Beispiel in der Krebstherapie eingesetzt werden. Zum anderen gibt es die sogenannten Auto-Antikörper, die den eigenen Körper angreifen und Krankheiten wie systemischen Lupus erythematodes auslösen.“ Eine der wichtigsten Erkenntnisse der vergangenen Jahre war, dass beide Formen von Antikörpern von denselben molekularen und zellulären Mechanismen gesteuert werden.

Der menschliche Körper selbst ist in der Lage Antikörper zu produzieren, die jede beliebige Zellform – zum Beispiel Tumorzellen – zerstören können. Die moderne Medizin macht sich diese Fähigkeit des Körpers bereits heute zunutze: Experten können die Zellen, die die Antikörper produzieren, isolieren und in Zellkulturen halten. Dort produzieren die Zellen dann weiter Antikörper, die von Medizinern entnommen und anschließend über eine Infusion oder Injektion zurück in den Körper des Patienten geleitet werden, wo sie ihre therapeutische Wirkung entfalten. Aufgrund ihrer geringen Größe wandern die Antikörper automatisch in nahezu jedes Gewebe. Für die Ärzte hat das den Vorteil, dass sie die Antikörper nicht direkt in einen oder mehrere Tumore spritzen müssen.

Unklar war bislang, wie die Antikörper es schaffen, fast alle Zellformen zu vernichten. In der Forschung galt bislang die These, dass sie mit sogenannten Fresszellen oder „natürlichen Killerzellen“ interagieren. Doch die Forscher vom Lehrstuhl für Genetik wiesen nach, dass für die Funktion der Antikörper eine ganz andere Zellpopulation verantwortlich ist: die sogenannten Monozyten. Wenn sie am Modell die Monozyten entfernt hatten, konnten Antikörper weder eine therapeutische Wirkung gegen Krebs entfalten, noch konnten Auto-Antikörper die eigenen Zellen angreifen.

„Unsere Erkenntnisse liefern zahlreiche Ansätze, um Tumortherapien zu optimieren und Autoimmunerkrankungen besser bekämpfen zu können“, sagt Prof. Nimmerjahn. „Somit haben wir gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen.“

MEDICA.de; Quelle: Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg