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Louis-Jeantet-Preis für zwei Max-Planck-Wissenschaftler

Wolfgang Baumeister ist berühmt für seine Arbeiten am Proteasom und die Weiterentwicklung der Elektronentomographie, die es ihm erlaubt hoch auflösende, dreidimensionale Bilder intakter Zellen und somit neue Einblicke in deren supramolekulare Strukturen zu gewinnen. Als Direktor des Max-Planck-Instituts für Biochemie leitet er die Abteilung für Molekulare Strukturbiologie in Martinsried bei München. Er beabsichtigt die Elektronentomographie zu noch höherer Auflösung weiterzuentwickeln und den dreidimensionalen Aufbau der molekularen Komplexe in den Synapsen von Nervenzellen zu untersuchen. Dies kann zum Verständnis der Veränderungen während der synaptischen Aktivierung beitragen. Er plant, seine Arbeitsgruppe um einen zusätzlichen spezialisierten Mitarbeiter zu erweitern.

Riitta Hari ist Professorin an der Akademie von Finnland und Leiterin der Arbeitsgruppe für Hirnforschung im Laboratorium für Niedrige Temperaturen an der Technischen Universität Helsinki. Auf dem Gebiet der genauen zeitlichen und räumlichen Messung von Aktivierungssequenzen im menschlichen Gehirn von gesunden als auch kranken Personen bei der Ausführung spezifischer Aufgaben ist ihre Arbeit bahnbrechend. Sie hat entscheidend zur Entwicklung der Magnetenzephalographie beigetragen, einer nicht-invasiven Technik, die winzige Veränderungen des mit der Hirnaktivität assoziierten Magnetfelds nachweist. Mit dem Preis möchte Riitta Hari die Auswirkungen beobachteten Schmerzes auf die Hirnaktivierung des Beobachters untersuchen. Das Projekt soll zum Verständnis der neuralen Grundlage der sozialen Erkennung beitragen. Es scheint möglich, dass die beteiligten Hirnareale die Bereiche darstellen, deren Funktion bei Störungen der sozialen Kommunikation, wie Autismus oder Schizophrenie, beeinträchtigt ist. Riitta Hari plant für dieses Projekt zwei neue Mitarbeiter anzustellen.

Nikos K. Logothetis, griechischer Staatsbürger, ist Direktor des Max-Planck-Instituts für Biologische Kybernetik und Leiter der Abteilung für Physiologie kognitiver Prozesse in Tübingen. Er machte außerordentliche Fortschritte im Verständnis der Wahrnehmung visueller Bilder durch das Gehirn. Sein Ziel ist es abzuklären, wie verschiedene Regionen am Ursprung des bewussten Verhaltens liegen können. Er untersucht, welche neuronalen Aktivitäten erforderlich sind, um sich einem Objekt zu widmen, es zu erkennen, es im Gedächtnis zu behalten oder darauf einzuwirken. Mit dem Louis-Jeantet-Preis für Medizin möchte Nikos Logothetis seine bisherigen Ansätze mit neuen Methoden ergänzen, die über die Aktivität einzelner Neuronen Auskunft geben. Zu diesem Zweck möchte er neue biochemische Sonden entwickeln, die gleichzeitig zur neuronalen Aktivität darauf ansprechen. Nikos Logothetis plant die Anschaffung wichtiger Apperaturen für sein Projekt.

Die Louis-Jeantet-Stiftung für Medizin überreicht den drei Preisträgern eine Gesamtsumme von 1.2 Millionen Euro für die Durchführung ihrer neuen Forschungsprojekte. Darüber hinaus erhält jeder Preisträger eine persönliche Zuwendung von 75.000 Euro.

MEDICA.de; Quelle: Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

 
 
 

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