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Ist Nikotin Fluch oder Segen?

Ist Nikotin Fluch oder Segen?


Nikotin ist nach Koffein die am zweithäufigsten verwendete psychoaktive Droge der Welt. Bis vor kurzem wurde Nikotin jedoch nicht als Droge betrachtet. Die Effekte von Nikotin auf Körper und Psyche können, je nach Situation, stimulierend oder beruhigend wirken, sind aber so sanft, dass sie wissenschaftlich schwierig zu erfassen sind. Ein großer Anteil der Raucher wird auch nikotinabhängig: in Europa können 39 Prozent der Raucher als abhängig klassifiziert werden.

Doz. Ernest Groman, Leiter des Wiener Nikotin Institutes und Karl Fagerström, Nikotinforscher aus Schweden, behaupten nun:

  • Anders als die meisten anderen Drogen beeinträchtigt Nikotin weder das geistige noch das motorische Leistungsvermögen negativ

  • Nikotin macht abhängig

  • Nikotin kann jedoch auf einige Körperfunktionen eine leistungssteigernde Wirkung ausüben und sogar stressabbauend wirken

  • Nikotin ist nicht krebserregend

  • Nikotinkonsum führt nicht zum Herzinfarkt

Beim Rauchen von Zigaretten nimmt der Raucher neben Nikotin auch Kohlenmonoxid und eine Vielzahl an potenziell krebserregenden Substanzen auf. Groman und Fagerström ziehen daraus den Schluss, dass die gesetzlichen Bestimmungen für Nikotinprodukte überdacht werden sollten, um den Menschen risikolosere Formen des Nikotinkonsums, als es beim Rauchen von Zigaretten der Fall ist, zu ermöglichen. Dies gilt vor allem für jene der Raucher, die trotz aller Bemühungen nicht von den Zigaretten loskommen.

Bild: Die meisten Raucher greifen wegen der psychopharmakologischen Wirkung des Nikotins zur Zigarette; © NCI Visuals Online

MEDICA.de; Quelle: Wiener Klinische Wochenschrift 2003, Vol. 115/6-6, S. 155-160

 
 
 

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