Digitale Projekte für die Zukunft des Gesundheitswesens

13.07.2017

Das Netzwerk-Event build.well.being an der Fachhochschule St. Pölten widmete sich vor Kurzem aktuellen Entwicklungen zum digitalen Gesundheitswesen. Österreichische Expertinnen und Experten präsentieren Streiflichter aus Praxis und Forschung und Studierende des Studiengangs "Digital Healthcare" der FH St. Pölten stellten ihre Projekte vor.

Foto: Andreas Jakl (Dozent FH St. Pölten) mit Hololens; Copyright: FH St. Pölten / Mario Ingerle

Studierende des Studiengangs Digital Healthcare der FH St. Pölten präsentierten ihre Projekte: zu Telemedizin als Verbindung zwischen Pflegeheimen und Krankenhausambulanzen, zum Einsatz von Virtual Reality in der Therapie; © FH St. Pölten / Mario Ingerle

Informations- und Kommunikationstechnologie spielt im Gesundheitswesen eine immer größere Rolle. Die Veranstaltung build.well.being stellte konkrete Projekte an der Schnittstelle von Gesundheit und Technik vor und vernetzte Pionierarbeiten der digitalen Gesundheit. GesundheitswissenschaftlerInnen trafen bei der Veranstaltung auf TechnikerInnen, Forschung auf innovative Ideen von Studierenden und Healthcare-Unternehmen auf Startups. 

Die Keynote bei der Veranstaltung hielt Günter Klambauer vom Institut für Bioinformatik der Johannes Kepler Universität Linz zum Thema Deep Learning in Health and Life Sciences. "Künstliche Intelligenz kann und wird unseren Alltag gravierend verändern. Die Chancen für Lebens- und Gesundheitswissenschaften sind gewaltig und wir sollten sie jetzt nutzen", sagt Klambauer.

Heinz Novosad von der Notruf Niederösterreich GmbH referierte zur Rolle von Leitstellen und zum Einsatz Smarter Technologien durch ErsthelferInnen. "Der Einsatz moderner Technik, welche im Alltag von vielen bereits privat genutzt wird, auch im Bereich des Emergency Managements, ist nur ein logischer Schritt", sagt Christof Constantin Chwojka, CEO von Notruf NÖ. Die vorhandene Technik könne vieles erleichtern.

"Die meisten Menschen messen mit ihrem Smartphone über Beschleunigungssensoren und GPS-Tracking ihre Sportaktivitäten. Warum begleiten wir bis zum Eintreffen der Rettungskräfte die Ersthelferinnen und -helfer nicht bei den Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einer Herzdruckmassage, wo über das Smartphone die Effizienz gemessen werden kann und Notrufexpertinnen und -experten über Telefon korrigierend eingreifen können? Genau das und viele andere Möglichkeiten nutzen wir nun", beschreibt Chwojka die Strategie von Notruf NÖ.

"Die Institute und Studierenden der FH St. Pölten betreiben interdisziplinäre Forschung in Digital Healthcare. Sie ist eine Grundvoraussetzung um den Herausforderungen im Gesundheitswesen bei zunehmendem Kostendruck und gleichbleibender Behandlungsqualität begegnen zu können. Die Verbindung von patientinnen- und patientenzentriertem Gesundheitswissen mit Technologien eröffnet neue Anwendungsfelder", sagt Jakob Doppler, Leiter des Studiengangs Digital Healthcare an der FH St. Pölten und Organisator der Veranstaltung.

Die FH St. Pölten hat in den letzten Jahren innovative Forschung an der Schnittstelle von Gesundheit und Technik aufgebaut. "Forscherinnen und Forscher an unserer FH entwickeln unter anderem intelligente Schuhsohlen, die Fehlbelastungen beim Gehen hörbar machen und in der Rehabilitation unterstützen, oder verbessern die Analyse und Visualisierung von Gesundheitsdaten um Therapeuten und Therapeutinnen in ihrer Diagnoseerstellung zu unterstützen. Ansätze wie patientinnen- und patientenzentriertes Design gehören zu den neuen Innovationstreibern im Gesundheitswesen", sagt Jürgen Pripfl, Leiter des Departments Gesundheit der FH St. Pölten.

MEDICA.de; Quelle: Fachhochschule St. Pölten

Mehr über die Fachhochschule St. Pölten unter: www.fhstp.ac.at/de