Europäisches Konsortium entwickelt neuartiges Point-of-Care-Testsystem zur Bestimmung von Allergenen in Lebensmitteln --

02.11.2017

CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH

Europäisches Konsortium entwickelt neuartiges Point-of-Care-Testsystem zur Bestimmung von Allergenen in Lebensmitteln

Biologische und chemische Analysen an kleinsten Volumina ermöglichen einen ressourcenschonenden und deutlich schnelleren Zugang zu neuen Erkenntnissen in den Lebenswissenschaften. Durch die einhergehende Miniaturisierung werden solche Anwendungen mit automatisierten biologischen Protokollen in mobilen Kleingeräten mit Disposables (POCT) umsetzbar (Abbildung 1). Dies eröffnet zahlreiche neue Möglichkeiten für die Qualitäts- und Sicherheitsüberwachung in z.B. medizinischen, pharmazeutischen Anwendungen oder entlang der Lebensmittelproduktionskette.
Einen Mehrkanal-Messkopf für Untersuchungen an Probenvolumina im Nanoliter-Bereich hat das CiS Forschungsinstitut im Rahmen des Europäischen Forschungsprojektes „SMARTER-SI“ (GA-Nr. 644596) gemeinsam mit internationalen Partnern entwickelt. Das Prinzip beruht auf der Fluoreszenz- und Absorptionsmessung an einem Array aus verschiedenen Enzym-Pixeln. Die nur wenige 100 µm durchmessenden chemisch sensitiven Pixel werden durch ein schaltbares Feld aus parallelen Strahlen analysiert, welches durch die Kombination von LED-Chips, mikrooptischen Linsenarrays und optischen Filtern erzeugt wird. Anhand der in Sekundenbruchteilen gemessenen Farbantwort der Enzym-Pixel sind der Nachweis und die Konzentrationsbestimmung verschiedener Substanzen möglich. Im konkreten Fall werden damit verschiedene Allergene (Ei, Milch, Gluten)  sowie Toxine, wie Schimmelpilze in Lebens- und Futtermitteln analysiert.
Das technisch offen angelegte  Konzept kann jedoch auch auf andere Anwendungen im Bereich der immunoassay-basierten Bioanalyse übertragen werden.   
Über die CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH
Die CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH ist ein führender F&E-Anbieter in den Bereichen optische, mikromechanische, piezoresistive und kapazitive Sensoren sowie Siliziumdetektoren. Sie beschäftigt 120 Mitarbeiter und  unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung kundenspezifischer Lösungen im Bereichen Sensorik und Mikrosystemtechnik und fertigt diese in Kleinserien. Basis ist die Siliziumtechnologie mit den Spezialitäten: 3D-Strukturierung, Stapeltechnologien und beidseitige Wafer-Prozessierung.
Über SMARTER-SI - Smarter Access to Manufacturing for Systems Integration
In SMARTER-SI bietet ein Verbund Europäischer Forschungseinrichtungen eine neuartige Fertigungsplattform an, um modernste Mikrosysteme für KMU und Mittelständler in kleinen Stückzahlen möglichst preiswert und ohne langwierigen Entwicklungsaufwand zu fertigen.

Die EU-Komission hat Smarter-SI als eines von vier Referenzprojekten für die Initiative "Smart Anything Everywhere"-Initiative ausgewählt.
SMARTER-SI ist eine Innovation-Aktion und wird gefördert durch die Europäische Kommission  im Programm Horizon 2020 (FKZ 644596) sowie durch das Schweizer Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (FKZ 15.0085).

Kooperationpartner sind: Hahn-Schickard (Deutschland), CiS (Deutschland), CSEM (Schweiz), IK4-Ikerlan (Spanien), Swerea IVF (Schweden), UCC-TNI (Irland), IPHT (Deutschland), VDI/VDE-IT (Deutschland) und sieben Unternehmen.
Kontakt für die Presse:
CiS Forschungsinstitut für Mikrosensorik GmbH, D-99099 Erfurt
Uta Neuhaus | Tel.: +49 361 663 1154 | E-Mail: uneuhaus@cismst.de | www.cismst.de

Glossar
POCT: Point-of-Care-Testing, patientennahe Labor-/Sofortdiagnostik
Disposable: Einwegartikel, im Kontext sind Einwegkartuschen gemeint
Pixel: Messpunkt
LED: Lichtemittierende Diode, Leuchtdiode
Immunoassay: Analytischer Nachweis einer Antigen-Antikörper-Bindung

Ausstellerdatenblatt