GRAPHEN - DAS MATERIAL MIT DEM POTENZIAL DIE ZUKUNFT BIOMEDIZINISCHER TECHNOLOGIEN ZU VERÄNDERN --

08.11.2017

Graphene Flagship

GRAPHEN - DAS MATERIAL MIT DEM POTENZIAL DIE ZUKUNFT BIOMEDIZINISCHER TECHNOLOGIEN ZU VERÄNDERN

Das Graphene Flagship, die EU-weite Forschungsinitiative für Graphen und andere verwandte Nanomaterialien, präsentiert sich mit innovativen biomedizinischen Technologien auf der MEDICA 2017, der wichtigsten medizinischen Fachmesse der Welt. Mit mehr als 130.000 Besuchern und 5.100 Ausstellern, die vom 13.-16. November 2017 in Düsseldorf erwartet werden, ist die MEDICA die ideale Plattform für das Graphene Flagship, seine innovativen Graphen-basierten Lösungen für den Gesundheitsbereich vorzustellen.

Graphen und andere verwandte Nanomaterialien besitzen einzigartige Eigenschaften, wie zum Beispiel eine große Oberfläche, eine hohe Elektronenmobilität sowie eine flexiblere Oberflächenfunktionalisierung und ebnen damit den Weg für neuartige biomedizinische Diagnose- und Therapieverfahren. Die Oberfläche von Graphen stellt beispielsweise eine ausgezeichnete Plattform für die Wirkstoffabgabe bei Medikamenten dar, während sich seine hohe Leitfähigkeit positiv bei der Anwendung in Biosensoren auswirkt. Aufgrund der Aufrechterhaltung der Leitfähigkeit des Materials bei der Herstellung von Scaffolds, eignet sich Graphen auch für die Verwendung im Tissue Engineering. Neue Forschungsergebnisse zeigen außerdem, dass sich Graphen auch mit Polymeren verarbeiten lässt und dadurch in der Herstellung elektromechanischer Sensoren und Hirnimplantate Einsatz finden könnte.

Professor Andrea C. Ferrari, Science and Technology Officer und Vorstandsvorsitzender des Graphene Flagship gab an, dass „Gesundheit, Umwelt und biomedizinische Anwendungen einen Teil der Roadmap für Graphen und ähnliche Materialien darstellen. Wir freuen uns, Ärzte, medizinisches Fachpersonal und Unternehmen mit innovativen Instrumenten bekannt zu machen. Dies ist ein weiterer Schritt in der Entwicklung neuartiger Lösungen für biomedizinische Zwecke, die durch Graphen und ähnliche Materialien ermöglicht werden.“

Das Graphene Flagship wird auf der MEDICA 2017 vier Beispiele für innovative, biomedizinische Technologien, die sich die Vorteile von Graphen zu Nutzen machen, präsentieren. Am Graphene Flagship-Stand erhalten Besucher nicht nur Einblicke in die neuesten Forschungsergebnisse, sondern können sich auch mit führenden Experten des Graphene Flagship austauschen.

Zwei dieser Exponate werden vom Katalanischen Institut für Nanowissenschaften und Nanotechnologie (ICN2), einem Partner des Graphene Flagship, vorgestellt: Es handelt sich dabei einerseits um einen Graphen-Sensor, der elektrische Aktivität im Gehirn zur Früherkennung neurologischer Ereignisse, wie z.B. epileptischer Anfälle, ermittelt werden kann und andererseits um ein
Retinaimplantat, das als optische Prothese bei Menschen, die ihr Augenlicht verloren haben, dient. Ein weiterer Demonstrator, der am Stand des Graphene Flagship gezeigt wird, ist ein vollständig funktionsfähiger Roboterarm, gesteuert mit Hilfe von Graphen-Sensoren, der vom Istituto Italiano di Tecnologia (IIT) in Zusammenarbeit mit der italienischen Versicherungsanstalt gegen Arbeitsunfälle (INAIL) entwickelt wurde. Der Graphene Flagship-Partner Guger Technologies (g.tec) mit Sitz in Österreich präsentiert eine Computerschnittstelle zum Gehirn, die mit Graphenelektroden ausgestattet ist und die Hirnaktivität messen kann.

Graphen und andere verwandte Nanomaterialien werden auch im Konferenzprogramm der MEDICA thematisiert. Jose Antonio Garrido von ICN2 erläutert beim Suppliers Forum von DeviceMed im Rahmen der COMPAMED den aktuellen Stand in Bezug auf neuronale Schnittstellen und biomedizinische Technologien.
„Wir bringen Technologien, Vorträge und die Möglichkeit zum Netzwerken zur MEDICA um auf die Potenziale von Graphen und ähnlichen Materialien aufmerksam zu machen und Endverbraucher anzusprechen. Es ist uns wichtig, neue Funktionalitäten für die Praxis bereitzustellen, die durch die Verwendung neuer Materialien ermöglicht werden“, so Jose Antonio Garrido.

Darüber hinaus wird das Graphene Flagship auf der MEDICA einen seiner Graphene Connect Workshops veranstalten. Bei dieser eintägigen Veranstaltung treffen sich führende Experten aus Industrie und Wissenschaft zu Vorträgen, Gesprächen und zum Knüpfen von Kontakten. Die behandelten Themen reichen von Möglichkeiten für den Einsatz von Graphen in Biosensoren, Implantaten und bioelektronischen Geräten bis hin zu mobilen Geräten und neuronalen Schnittstellen.

Dr. Kari Hjelt, Innovationsmanager des Graphene Flagship, leitet den Graphene Connect Workshop. Ihm zufolge „zielt Graphene Connect darauf ab, innovative Projekte innerhalb und außerhalb des Graphene Flagship-Konsortiums zu fördern. Die Zusammenarbeit zwischen biotechnologischer Forschung und Industrie ist unerlässlich, wenn wir uns innovative Ziele setzen wollen; außerdem müssen die Forschungsvorhaben an wirtschaftlich vielversprechenden Anwendungen ausgerichtet werden. Biotechnologie steht beim Graphene Flagship im Mittelpunkt des Interesses und wir freuen uns über die Begeisterung, die unsere Veranstaltung Graphene Connect bei der MEDICA 2017 bereits im Vorfeld ausgelöst hat.”

Liste der Technologie-Exponate des Graphene Flagship und seiner Ausstellungspartner
  • Retinaprothesen-Schnittstelle - Katalanisches Institut für Nanowissenschaften und Nanotechnologie – ICN2 (Spanien)
  • Gehirnsensor - Katalanisches Institut für Nanowissenschaften und Nanotechnologie – ICN2 (Spanien)
  • Roboterarm - Fondazione Istituto Italiano di Tecnologia – IIT (Italien)
  • Gehirn-Computer-Schnittstelle – Guger Technologies – g.tec (Österreich)


Ausstellerdatenblatt