Rituximab hilft bei Therapie von Mantelzell-Lymphom --

Rituximab hilft bei Therapie von Mantelzell-Lymphom

Foto: Arzt gibt einem älteren Patienten eine Spritze

Mittels einer Erhaltungstherapie ver-
suchen Ärzte, die krankheitsfreie
Zeit bis zum Wiederauftreten des
Mantelzell-Lymphoms auszudehnen;
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Das Mantelzell-Lymphom (MCL) ist eine eher seltene Krebserkrankung des lymphatischen Systems, bei der sich bösartig veränderte Zellen in den Lymphknoten, dem Knochenmark, der Milz oder im Blut ausbreiten. Die meisten Patienten, die an einem Mantelzell-Lymphom erkranken, sind älter als 60 Jahre. Aufgrund ihres oft schlechten Gesundheitszustandes können sie sich keiner hochaggressiven Therapie unterziehen.

Aktuellen Leitlinien zufolge erhalten ältere Patienten deshalb eine mit dem Antikörper Rituximab kombinierte Chemotherapie (= Immunchemotherapie), mit der das als unheilbar geltende Mantelzell-Lymphom für eine begrenzte, oft nur kurze Dauer zurückgedrängt werden kann.

Mittels einer Erhaltungstherapie versuchen Ärzte, die krankheitsfreie Zeit bis zum Wiederauftreten des Mantelzell-Lymphoms auszudehnen. Als wirksam galt bislang der Wirkstoff Interferon-alpha, der allerdings mit starken Nebenwirkungen verbunden ist. Dass der als besser verträglich geltende Antikörper Rituximab nicht nur eine Alternative zur Interferon-alpha-Gabe darstellt, sondern auch die krankheitsfreie Zeit von MCL-Patienten erheblich verlängern kann, wurde nun in einer ersten Zwischenauswertung der MCL-Elderly-Studie des Europäischen Mantelzell-Lymphom Netzwerks (EMCLN) belegt.

Wie stark die unter Interferon auftretenden Nebenwirkungen viele Patienten beeinträchtigten, zeigt die Tatsache, dass 61 Prozent von ihnen die Erhaltungstherapie vorzeitig – also bevor erneut Krankheitszeichen aufgetreten sind – beendeten. In der Gruppe der mit Rituximab behandelten Patienten betrug dieser Anteil nur 30 Prozent.

Dass die Erhaltungstherapie jedoch einen großen Einfluss auf die krankheitsfreie Zeit und das Gesamtüberleben hat, verdeutlichen die Krankheitsverläufe jener Patienten, die aus unterschiedlichen Gründen (individuelle Patientenentscheidungen oder anhaltende Zytopenie nach Induktionstherapie) keine Erhaltungstherapie erhalten hatten: Ihre krankheitsfreie Zeit betrug nur 26 Monate. Das Gesamtüberleben lag nach drei Jahren nur bei 52 Prozent.



MEDICA.de; Quelle: Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V.