Smarte Textilien aus Vorarlberg (Österreich) --

13.09.2017

Texible GmbH

Smarte Textilien aus Vorarlberg (Österreich)

Mit dem Begriff der Smarten Textilien verbindet man gewöhnlich Kleidungsstücke, die mit Hilfe integrierter Elektronik zusätzliche Aufgaben übernehmen – etwa T-Shirts, die Vitaldaten wie Puls oder Atemfrequenz erheben. Im Bereich technischer Textilien bieten sich aber noch viele weitere Anwendungsgebiete, die nicht unbedingt am menschlichen Körper liegen müssen. Beispielsweise können textile Strukturen in Form von 3D-Elektroden Batterien, Akkus und Brennstoffzellen effizienter machen.

Um Innovationen in diesem Bereich voranzutreiben, gründeten Textilunternehmen aus Vorarlberg im Frühjahr 2016 gemeinsam mit der Universität Innsbruck das in Hohenems beheimatete Startup-Unternehmen Texible. Dieses entwickelt maßgeschneiderte technische Textilprodukte für seine Kunden und vermarktet eigene Produkte. „Als Texible profitieren wir bei der Entwicklung und Herstellung technischer Textilien in Vorarlberg im Besonderen von einem Umfeld, das in der Vergangenheit stark von der Textilindustrie geprägt wurde und somit die gesamte textile Wertschöpfungskette bereitstellt“, sagt Geschäftsführer Thomas Fröis.

Sensoren aus der Stickmaschine
Die in Vorarlberg stark verankerte Stickerei ist eine der flexibelsten Fertigungstechniken für technische Textilien. Dabei kommen allerdings Materialien zum Einsatz, mit denen gewöhnliche Stickmaschinen oft überfordert sind. Speziell entwickelte Maschinenerweiterungen ermöglicht es, selbst Drähte mit einem Durchmesser von 0,08mm oder Materialien wie Glasfaser, Kupfer und Stahl mit konventionellen Stickmaschinen zu verarbeiten. Mit dieser Technologie lassen sich neue Stromkollektoren für elektrochemische Zellen herstellen, die ohne Verluste in der Energieeffizienz mit einem bis zu fünffach höheren Strom belastet werden können.

Neue Techniken für die Pflege
Ebenfalls wurde mit einem interdisziplinären Projektteam ein waschbarer Sensor entwickelt, welcher die Pflege von inkontinenten Patientinnen und Patienten erleichtern soll. Eingewebt in die Bettwäsche schlägt dieser Sensor Alarm, sobald Feuchtigkeit in die Bettwäsche eindringt, die für Patienten und Pflegepersonal umständlichen, regelmäßigen Kontrollen entfallen. Was einfach klingt, ist in der Praxis allerdings gar nicht so leicht umzusetzen: „Wesentliche Herausforderungen bei der Gestaltung und Entwicklung solcher Pflegeprodukte sind beispielsweise die industrielle Waschbeständigkeit, das einfache Handling in der Pflege, eine flexible und belastbare Gestaltung ohne Fehlalarme und die Auswahl geeigneter Prozesse zum Aufbringen der Nässebarriere“, schildert Thomas Fröis. Für Entwicklung der Inkontinenz-Betteinlage wurde das Unternehmen mit dem Vorarlberger Innovationspreis 2016 ausgezeichnet.

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