Besonderes Augenmerk legte das MEDICA LABMED FORUM ungeachtet aktueller Trends stets auf kardiologische und onkologische Erkrankungen als führende Todesursachen in der westlichen Welt, seit 2024 flankiert durch aktuelle Ergebnisse aus der Erforschung des Alterns und der Langlebigkeit.
Themenschwerpunkte & Highlights 2025
Themenschwerpunkte und Highlights an den einzelnen Veranstaltungstagen sind in diesem Jahr:
- Montag, 17.11.: Fachkräftemangel & IVDR unter der Leitung von Prof. Dr. Thomas Streichert (Uni Köln)
- Dienstag, 18.11.: Kardiogenetik & Onkologie unter der Leitung von Prof. Dr. Stefan Holdenrieder (TU München)
- Mittwoch, 19.11.: Young Scientists, KI & Tele-Lab Care unter der Leitung von PD Dr. Verena Haselmann (Uni Mannheim)
- Donnerstag, Do 20.11.: Gesundes Altern und Langlebigkeit unter der Leitung von Dr. Kai Prager und Dr. Peter Quick (VDGH Berlin)
Die Vormittagssessions des Forums beginnen jeweils um 10:30 und enden um 12:30 Uhr. Nach einer Mittagspause mit ausgewählten Industriepräsentationen geht es mit den Nachmittagssessions von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr weiter – am Donnerstag gilt aufgrund der verkürzten Messelaufzeit ein leicht abweichender Ablauf (10:30 bis 12:00 Uhr und 12:30 bis 14:30 Uhr).
Tag 1: Fachkräftemangel und In-vitro Regulation
Nach aktuellen Umfragen unter medizinischen Laboratorien ist der Personalmangel derzeit die größte Herausforderung für die Aufrechterhaltung eines regulären Laborbetriebs. Prof. Thomas Streichert, Vorsitzender der Montagssession erklärt dazu: „Der anhaltende Mangel an qualifizierten Fachkräften macht es im Krankenhauslabor immer schwerer, bei steigenden Probenzahlen und immer komplexerer Diagnostik schnelle Ergebnisse bei hoher Qualität sicherzustellen.“ Auf der Forumbühne diskutieren Expertinnen und Experten aus Praxis, Management und Ausbildung über:
- Ursachen und aktuelle Entwicklungen des Personalmangels
- innovative Ansätze zur Mitarbeitergewinnung und –bindung
- Digitalisierung und Automatisierung als Entlastung im Alltag
Im Verlauf der Session werden Best Practices für Labore vorgestellt, die bereit sind, neue Wege in eine gesicherte Zukunft zu gehen.
Die Nachmittagssession widmet sich den neuesten Entwicklungen im Bereich der In-vitro Diagnostics Regulation (IVDR), einer Verordnung der Europäischen Union, die die Zulassung, Vermarktung und Überwachung von Tests für Laboruntersuchungen am Menschen regelt. Das Podium greift unter anderem neue Entwicklungen zur Cybersicherheit und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) auf und befasst sich mit dem Verbraucherschutz beim Direct-to-Consumer Testing (DTCT), einer relativ neuen Form der Direktvermarktung von Labortests über Internet und Apotheken ohne ärztliche Begleitung.
Tag 2: Kardiologie und Onkologie
Die Dienstagssession wird von Prof. Stefan Holdenrieder geleitet, der auch der Organisator des wissenschaftlichen Gesamtprogramms ist. Traditionell stellt er am zweiten Messetag aktuelle Entwicklungen der Laboratoriumsmedizin für die beiden Krankheitskomplexe vor, die die Mortalität in der westlichen Welt bestimmen: Herz-Kreislaufkrankheiten und Krebs.
Dieses Jahr legt er den Fokus in der Vormittagssitzung auf den aufstrebenden Zweig der Kardiogenetik. „Wir erfassen und untersuchen am Deutschen Herzzentrum der TU München nicht nur bei unseren kleinen Patienten mit angeborenen Herzfehlern und Kardiomyopathien, sondern in zunehmendem Maße auch bei Erwachsenen mono- und polygene Risikofaktoren, die die Entstehung der koronaren Herzerkrankung fördern“, so Holdenrieder. Hier gilt es, rechtzeitig einzugreifen, um schwere Langzeitschäden zu vermeiden. Mit Prof. Dr. Cordula Wolf und PD Dr. Teresa Trenkwalder werden zwei ausgewiesene Expertinnen aus seinem Hause diese Themen mit Prof. Eric Schulze-Bahr, Direktor des Instituts für Genetik von Herzerkrankungen (IfGH) des Universitätsklinikums Münster, diskutieren.
Früherkennung von Krebs aus dem Blut
In der onkologischen Diagnostik greift Prof. Holdenrieder das „heiße Eisen“ der „Multi-Cancer Early Detection“ (MCED) auf. Es geht dabei um hochsensitive und hochparallelisierte Techniken, mit denen eine Früherkennung von Krebs aus dem Blut ermöglicht werden soll. Die Basis sind DNA-Moleküle, die aus Krebszellen in die Zirkulation abgegeben werden – sog. zellfreie oder cfDNA – und die aufgrund bestimmter biochemischer Charakteristika wie Methylierungs- und Fragmentlängenmuster Auskunft geben können, aus welchen Tumoren sie stammen, noch ehe diese sich klinisch oder radiologisch zu erkennen geben. Für die Auswertung der dabei anfallenden Datenflut sind fortschrittliche bioinformatische Techniken erforderlich.