Welcher Arzt oder welche Gruppe von Ärzten kann das Gerät anwenden?
Bergen: Das DermaFC können alle Ärzte anwenden, die sich qualifiziert haben, Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen durchzuführen. Es ist insbesondere für Dermatologen, aber auch für Allgemeinärzte interessant. Insbesondere in medizinischen Versorgungszentren, in denen es mehrere qualifizierte Ärzte gibt, bietet sich der Einsatz des Gerätes an. In Deutschland bieten circa sechstausend Dermatologen und ca. 34.000 weitere Ärzte Hautkrebsvorsorge an.
Was unterscheidet diese Verfahren und das DermaFC von herkömmlichen Verfahren und Tests?
Bergen: Das DermaFC ist diagnostisch genauer und schneller. Es kann zum Beispiel kleinere Hautmale innerhalb von einer Minute messen. Da es sich auch nicht um ein kompliziertes bildgebendes Verfahren handelt, ist es für den Arzt einfach zu interpretieren. Die Untersuchung kann von medizinischem Fachpersonal durchgeführt werden.
Für welche Gruppe von Patienten ist es von besonderem Interesse?
Bergen: Das DermaFC ist für viele Arten von Patienten von Interesse. Zum einen gibt es Patienten, die sehr viele Hautveränderungen haben und bei denen daher viel exzidiert wird. Ihr Arzt will meist sichergehen, dass wirklich nur erkranktes Gewebe entfernt wird. Für alle Patienten ist es außerdem angenehm, sofort eine diagnostische Einschätzung zu bekommen und nicht im Zweifel weitere zwei Wochen warten zu müssen, bis die Befundung aus dem Labor kommt. Der gesamte Prozess wird beschleunigt. Alle Schritte können innerhalb von ein paar Minuten erledigt werden. Weist das Gewebe keine malignen Veränderungen auf, kann der Arzt entscheiden, es nicht zu entfernen. Der Patient muss nicht zur Nachsorge und es gibt keine. Narbe oder Fäden, die gezogen werden müssten. Das DermaFC kann außerdem eine Art Visualisierung der ärztlichen Leistung darstellen. Manche Patienten sind eher ängstlich und fühlen sich sicherer, wenn der Arzt anhand eines Geräts erklären kann, warum er diese Diagnose stellt. Ein hochwertiges Gerät und seine Diagnose stärken somit in den meisten Fällen das Vertrauen der Patienten.
Wäre es möglich, das Verfahren in eine App einzubetten und zu überführen?
Bergen: Ich glaube, es wird nicht möglich sein, das Verfahren komplett in eine App einzubetten. Self Examination ist sinnvoll, um Aufklärung zu betreiben, damit Patienten auch sofort zum Arzt gehen, wenn sie irgendetwas Verdächtiges entdecken. Ganz ohne Arzt ist es aber sehr schwierig für Patienten, selber eine präzise Diagnose zu treffen. Ich arbeite schon lange im Bereich Digital Health und habe die Erfahrung gemacht, dass Patienten bei Diagnose und Behandlung eine Unterstützung brauchen. Die Person muss nicht immer im selben Raum sein, auch telemedizinische Methoden sind hilfreich, aber Patienten brauchen letztendlich einen Arzt zur Einordnung. Deswegen werden wir nichts bereitstellen, was Patienten völlig auf sich alleine gestellt nutzen können. Unsere Lösungen sollen in jedem Fall Ärzte miteinbeziehen.
Welche weiteren Pläne hat Magnosco für die Zukunft?
Bergen: Wir sind im Moment in Deutschland aktiv und suchen die ersten Kunden. Entschieden haben wir uns dafür, zunächst eine kleine Gruppe von Kunden anzusprechen. Nächstes Jahr werden wir dann bereit sein, unser Gerät in Serie zu produzieren. Anschließend wollen wir uns den amerikanischen Markt vornehmen.