Im Projekt GUIDE-AI arbeiten 19 Partner aus sieben europäischen Ländern sowie Israel zusammen. Beteiligt sind Forschungseinrichtungen, kleine und mittlere Unternehmen, Pharmaunternehmen sowie Patientenvertretungen. Die Projektkoordination liegt bei Matthias Gröschel, das Projektmanagement übernimmt AstraZeneca.
Die geplanten KI-Assistenten sollen direkt in Krankenhausinformationssysteme oder Praxissoftware integriert werden. Dort gleichen sie verordnete Therapien automatisch mit aktuellen Leitlinien ab. Bei Abweichungen können sie behandelnde Ärztinnen und Ärzte auf mögliche Anpassungen hinweisen.
Zum Einsatz kommen dafür große Sprachmodelle (Large Language Models, LLMs), die medizinische Leitlinien analysieren und mit individuellen Patientendaten vergleichen.
Ein Beispiel ist die Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion (HFrEF). Hier müssen Ärztinnen und Ärzte zahlreiche Faktoren berücksichtigen, darunter:
- Blutdruck und Herzfrequenz
- Nierenfunktion
- Elektrolythaushalt
- Begleiterkrankungen
- mögliche Wechselwirkungen von Medikamenten
Der geplante Navigator könnte etwa darauf aufmerksam machen, wenn nicht alle empfohlenen Medikamente verordnet sind oder Dosierungen angepasst werden sollten.
"Am Ende entscheidet immer die behandelnde Ärztin in Anbetracht aller relevanten Informationen über die Therapie", sagt Matthias Gröschel. "Aber mithilfe der GUIDE-AI-Navigatoren wollen wir auf Möglichkeiten hinweisen, die Therapie nach Leitlinie zu optimieren."