Ein zentrales Problem beim Transfer neuer MR-Sequenzen in die klinische Praxis sind komplexe Zulassungsprozesse. Häufig werden Sequenzen direkt in den proprietären Entwicklungsumgebungen der Gerätehersteller programmiert und zusammen mit der jeweiligen Hardware zugelassen.
"Für spezialisierte oder neue Ansätze ist diese Hürde aber oft schwer zu überwinden", sagt Projektleiter Hoinkiss. "Wir wollen den Prozess der Zertifizierung vereinfachen und gewissermaßen demokratisieren, um ihn auch für Drittanbieter leichter zugänglich zu machen."
Hier setzt die Plattform gammaSTAR an. Sie ermöglicht es, MR-Sequenzen herstellerneutral zu entwickeln, zu simulieren und zu rekonstruieren. Über standardisierte Schnittstellen lassen sich die Sequenzen anschließend auf unterschiedlichen MRT-Scannern ausführen.
"Wir haben diese Plattform so entworfen, dass die MR-Sequenzen bereits einem Qualitätsstandard entsprechen, der grundsätzlich eine spätere Medizinprodukte-Zulassung erlaubt", erklärt Dr. Nora-Josefin Breutigam, verantwortlich für Qualitäts- und Partnermanagement am Fraunhofer MEVIS.