Nachts, am Wochenende, im Notfall. Oft sind es nicht Radiologinnen und Radiologen vor Ort in einer Klinik, sondern viele Kilometer entfernt, die über eine Diagnose entscheiden. Teleradiologie macht es möglich und ist längst mehr als eine Notlösung.
Das Marienhospital Erftstadt arbeitet mit dem Teleradiologie-Netzwerk Reif und Möller zusammen, um zu jedem Zeitpunkt eine sichere Patientenversorgung sicherzustellen.
Dr. Lampros Iskos:
"Die Teleradiologie ermöglicht uns hier in Erftstadt, in unserem Haus, die Durchführung und schnelle Diagnostik und das schnelle Agieren für den Behandlungskonzept des Patienten. Es gibt keinen Unterschied in der Qualität, weil die Bilder, die hier angefertigt werden oder durchgeführt werden, werden digital in hoher Bildqualität weiter übertragen, wo die auch von erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten der Teleradiologie beurteilt und befundet werden. Ohne Teleradiologie ist es nicht vorstellbar."
Dr. Nadine Biermann ist eine der rund 80 Teleradiologinnen und -Radiologen im Netzwerk. Sie ist für mehrere Kliniken in ihren meist nächtlichen Schichten zuständig und liebt ihren Job.
Dr. Nadine Biermann:
"Besonders interessant an der Teleradiologie ist das Spektrum, mit dem ich da zu tun habe, nämlich primär Notfälle – in Kombination mit der Zeit, die man dafür hat, nämlich wenig Zeit, das zu befunden."
Die Gründer des Netzwerks mussten lange darum kämpfen, dass sich Teleradiologie als anerkannte Diagnosemöglichkeit etabliert. Um die Qualität weiter voranzutreiben, wurde KI fester Bestandteil der Bildanalyse.
Dr. Torsten Möller:
"Die KI gibt nach drei bis fünf Minuten ihren ersten Hinweis. Die KI schreibt keinen Befund. Die weist im Prinzip, energisch natürlich, mit so einer Flagge, die da so aufpoppt, so auf dem Bildschirm, darauf hin: „Eh, ich, Blutungs-KI, ich habe da was gefunden, was möglicherweise eine Blutung ist. Und den Befund, den muss dann der Radiologe machen."
Dr. Nadine Biermann:
"Also ich muss sagen, anfänglich war ich relativ skeptisch, ob ich überhaupt einen Nutzen durch die KI erfahre. Mittlerweile sage ich, ohne will ich gar nicht mehr, weil die KI, die priorisiert einen pathologischen Befund. Die KI ist im Prinzip so ein Assistenzarzt im vierten Weiterbildungsjahr, also der schon ziemlich viel Erfahrung hat und einem auch schon mal Dinge zeigt, die man vielleicht im Notfall um vier Uhr nachts auch im Zweifel sogar übersehen hätte. Man muss auch schon noch seinen eigenen Kopf einschalten, das ist ganz wichtig, also definitiv."
Diagnosen rund um die Uhr zahlen sich für Kliniken aus. Kürzere Wartezeiten, weniger Komplikationen, kürzere Verweildauer. Für die flächendeckende Versorgung ein Muss.
Dr. Torsten Möller:
"Wenn wir von heute auf morgen die Teleradiologie abstellen würden in Deutschland, dann wären viele Regionen in Deutschland plötzlich nicht mehr versorgt in der Nacht und insbesondere am Wochenende. Das heißt, die Teleradiologie ist tatsächlich mittlerweile hochgradig systemrelevant geworden."